Bei schönsten Wetter machten wir
uns auf den Weg nach Flintbek. Die Vorzeichen waren klar, nach der Niederlage
gegen Glückstadt musste ein Sieg her. Bei wahrscheinlich vier Absteigern sähe
es sonst wahrhaft düster aus. Leider musste Egbert passen, aber mit Horst
konnten wir einen erfahrenen Ersatzmann bringen. Der Rest der Stammbesetzung
konnte antreten, auch keine Selbstverständlichkeit, wenn ich auf die letzte
Saison so zurückblicke.
Unser Gegner Flintbek gehört eindeutig zu den schwächeren Mannschaften der
Verbandsliga Mitte. Letztes Jahr eigentlich schon abgestiegen, durften sie
durch Burg's Rückzug in der Klasse verbleiben. Nicht
die einzige Mannschaft, die sich bei Burg bedanken muss. In der ersten Runde
hatten sie allerdings gegen Quickborn nur knapp 3,5 - 4,5 verloren, wir waren
also gewarnt.
Mein erster Rundgang nach gut einer Stunde zeigte beruhigendes: Alle standen
zumindest gleich, leicht besser oder sogar schon auf Gewinn (Horst), keine
verdächtige Stellung, nichts Kritisches. Den ersten Punkt fuhr Arno ein, obwohl
ich meinte, wenige Züge vorher noch ein Remisangebot gehört zu haben. Schon im
Endspiel drohte sein Turm auf der 7. Reihe den schwarzen Damenflügel
abzuräumen. Die Figuren des Flintbekers's standen so
unglücklich, dass er sofort aufgab. 1 - 0 für Itzehoe. Danach wurde es etwas
ruhiger. Jochen bekam ein Remisangebot, was er nach längeren
Abwarten annahm. Als nächster machte Hauke Remis, obwohl er zwischendurch eine
klare Gewinnstellung hatte. Dann ging es Schlag auf Schlag. HaJo's
Zermürbungsstrategie schlug durch und Horst gewann seine Gewinnstellung
endgültig. Kalle machte ein weiters Remis, die Stellung war die ganze Zeit
extrem ruhig gewesen. Den nächsten vollen Punkt fuhr Sven ein. Ich hatte das
Gefühl, dass er die ganze Zeit gut stand, aber die Stellung war etwas
unorthodox und der Gegner hielt lange durch, da ist schnell ein Fehler gemacht.
So hatte ich die Ehre gegen Franz Felser als Letzter
zu spielen. Die ganze Zeit über hatte ich eine gute Stellung gehabt, leider
konnte ich diese aber nicht in Richtung Gewinn ausbauen, sondern befand mich
nach ein paar Ungenauigkeiten in einer leicht schlechteren Position. Ich
befürchtete schon, dass er nach einen Übergang in ein Damenendspiel mit seinem
starken Freibauern auf Gewinn spielen würde, als er mir, friedlich gestimmt
oder weil er besser gerechnet hatte, Remis anbot. Fritze zeigte mir nach
Eingabe der Partie tatsächlich das Dauerschach.
6 - 2 für Itzehoe, da kann man nicht meckern.
Sören
Anders als
in der vergangenen Saison starteten die Itzehoer bereits im 2. Punktspiel mit
einem Sieg. Obwohl
Geschichte einer Dienstreise
Wir hatten uns für neun Uhr
beim Café Schwarz verabredetet. Da es schon recht kühl war, fiel es unangenehm
auf, dass Hauke diesen Zeitpunkt offenbar für eine unzumutbare Wahl ansah und
lieber noch gute zehn zusätzliche Minuten wohlige Bettwärme genoss. Immerhin
ist Flintbek ja gut zu erreichen und was macht es schon, wenn das
Eventualitätspolster weg war – Hauke war ja schon die Eventualität.
Weiter kam nichts dazwischen und pünktlich um 10 Uhr waren wir in Flintbek. Die
Gastgeber hatten bereits alles vorbereitet und es hätte auch sofort beginnen
können, hätte da nicht die tief stehende Sonne sehr intensiv das erstbeste
Brett unter Feuer genommen. Aber nach einer schnell improvisierten
Umgruppierung war auch dieses Problem beherrscht.
Sehr bald stellte sich die
Itzehoer Überlegenheit an nahezu allen Brettern heraus. Arno hatte es besonders
eilig, den vollen Punkt einzufahren, war ihm doch am Spieltag zuvor eine
praktisch gewonnene Stellung im wahrsten Sinne des Wortes ausgeredet worden
– um 11.15 Uhr hatte er seinen Arbeitstag beendet und konnte eine längere
Raucherpause nehmen. Jochen hatte Beton der Marke Spezial angerührt und als
dieser zu trocknen begann, war die Partie im Remis erstarrt. In Anbetracht der
insgesamt guten Gesamtlage gaben Karl-Heinz und Hauke ihre Partien ebenso
remis, wenngleich die ohne weiteres auch mit Aussicht auf Erfolg hätten
fortgesetzt werden können.
Bei Hauke war es wohl die
Vielzahl der Möglichkeiten, die seinen Zeitverbrauch in einen kritischen Bereich
abdriften ließen. Dann gewann Sven, der seinen Gegner von Anfang an unter Druck
gehalten hatte, dem dieser irgendwann einfach nicht mehr stand
hielt. Kurioses tat sich an Brett acht, wo der Gegner von Horst mit dem
nackten König es mutig gegen fünf feindliche Bauern aufnahm und dennoch kein
Patt mehr erzwingen konnte. Damit war beim Stand von 4,5:1,5 für uns nur noch
an den ersten beiden Brettern Betrieb. Ich selbst hatte die Partie auf
langfristige Kontrolle angelegt und als ich endlich auf Gewinn stand, fand ich
etwas, das die Partie dann doch wieder spannend machen sollte. Letztlich war es
dann aber doch für mich gewonnen und damit war der Mannschaftsführer gefordert,
für das Endergebnis zu sorgen. Sören stand wie in dieser Eröffnung häufig etwas
gedrängt aber sicher und erst gegen Ende der Partie konnte man vermuten, dass
diese einen Sieger haben würde. Doch beiderseits abgekämpft wurde hier das
Remis zum insgesamt verdienten 6:2 Erfolg vereinbart.