1.Spieltag der 1. Mannschaft (Verbandsliga) gegen Glückstadt  (3,5 : 4,5)

 

Das Match war das erste in einer ungewöhnlichen Saison. Aufgrund einer Ligenreform werden wahrscheinlich von den 10 Mannschaften vier absteigen. Da wir in den letzten drei Jahren nur knapp (zweimal sogar sehr knapp) dem Abstieg entronnen waren, sind wir einer der Mitfavoriten auf den Abstieg. In den letzten Monaten hat sich die Mannschaft aber ganz wesentlich verstärkt. Zum einen durch Arno Kizina, ehem. 1 Vorsitzender aus Burg, der sich uns im Juni anschloss, weil er bei uns eine bessere sportliche Situation vorfand, zum anderen durch das Itzehoer Urgestein Hans-Joachim Siewert, der in den 80er Jahren einer der stärksten Itzehoer Spieler war, und der den Weg zurück zu uns u. a. deswegen fand, weil er begeistert ist von unserer Jugend. Mit diesen beiden sind die Chancen für uns erheblich gestiegen, nicht abzusteigen. An dieser Stelle noch mal herzlich willkommen – Arno und Hans-Joachim, ich hoffe, dass Ihr beide uns wohl bei uns fühlt und dass Ihr Eure persönlichen Ziele erreicht.

 

Der Auftakt gegen Glückstadt stand unter keinem guten Stern, waren doch Sören und Hauke unabkömmlich. Die Frage unter der Woche, wer denn eingesetzt werden sollte, war nicht leicht zu beantworten. Wir wollten nicht gleich die topgesetzten Spieler aus der 2.Mannschaft einsetzen, so dass dann Peter Henke und Alexey Skrypkin mitspielten. Beide sind noch nicht ein Jahr im Verein, haben sich aber bestens eingelebt und auch bereits erhebliche Fortschritte im Spiel gemacht. Herzlichen Dank an Euch, dass Ihr so kurzfristig eingesprungen seid.

 

So, nun ging es los gegen eine Glückstädter Mannschaft, die fast in Bestbesetzung spielte. Zu meinem Leidwesen musste ich den Mannschaftsführer machen. Bis auf ein Brett waren uns die Glückstädter in jeder Paarung von der DWZ-Zahl überlegen, teils deutlich.

 

Hajo spulte die Eröffnung gegen Manfred Kröncke routiniert ab, stand etwas unter Druck, hatte aber wahrscheinlich die etwas bessere Bauernstellung. Sven spielte gegen Wolfgang Baczinski, auch hier hatte der Gegner etwas Druck, allerdings waren bei Sven keine Schwächen auszumachen. Eine offene Partie kam bei Kalle gegen C.D. Scheller auf’s Brett, in der relativ früh viel los war. Allerdings hatte Kalles Gegner dann einen Bauern bei gedrückter Stellung mehr. Jochen hatte eine fast symmetrische Stellung gegen Stefan Harnau, in der jederzeit eine Explosion drin war, die aber dann doch nicht passierte. Arno stand gegen Rüdiger Kraas ganz ausgezeichnet; früh wurde ein Bauer tief in der gegnerischen Stellung eingepflanzt, sorgte für Unruhe in den schwarzen Reihen. Wahrscheinlich nichts Zwingendes, aber das muss dem Schwarzen sehr unangenehm gewesen sein. Peter Henke spielt mit Schwarz gegen Joannis Teknis, das sah ordentlich aus. Als ich das erste Mal bei Alexey auf’s Brett schaute, war es bereits zur Hälfte leer. Ein Bauer war ihm von Hilke Jessen entfernt worden, dafür strotzten Alexeys Truppen vor Aktivität. Ich spielte gegen Stefan Kock. Ich wollte auf keinen Fall mich wieder im Variantengestrüpp verirren, in böse Zeitnot kommen, und dann verlieren. Erster Teil klappte : die Stellung war okay bis gut, meine Zeit besser als seine.

 

So ging das zwei Stunden lang, ohne dass wesentliches passiert wäre. Plötzlich war aber bei Peter ein Turm weg, und die Partie verloren... keine Schande gegen einen wesentlich höher gewerteten Spieler. Und dann nahm das Unheil seinen Lauf. Im Nebenraum gab es laute Musik, Hilke wies mich energisch darauf hin, dass das ein Protestgrund sei. Ich fragte, ob sie einverstanden sei, wenn die restlichen Bretter remis gegeben werden würden. Sie fragte ihre Spieler, alle waren dafür. Ich fragte auch, eine breite Mehrheit war ebenfalls dafür. Allerdings nicht einstimmig, muss ich fairer weise sagen. Die restlichen Bretter wurden remis gegeben, der Wettkampf war 3,5 : 4,5 verloren. Zum diesem Zeitpunkt gefiel mir Hajos Stellung nicht mehr sonderlich, der Gegner hatte die einzige offene Linie fest unter Kontrolle. Bei Sven war nichts los, sein Gegner hatte die Figuren offensiv aufgestellt, aber entschieden war nichts. Kalle hatte Chancen gegen C.D. Scheller. Wahrscheinlich stand er etwas besser (trotz Bauernminus), nach meiner Ansicht hat C.D. das etwas blauäugig gespielt (das kann aber täuschen). Jochen stand wie gehabt ausgeglichen, bei Arno war der Riesenbauer weg, dafür stand ein Turm auf der 7. Reihe - ich denke, Vorteil war nicht mehr da. Alexey stand zwischendurch ganz klar auf Gewinn in einem Turmendspiel, aber am Ende war es remis. Ich stand etwas angenehmer, aber das war in meinen Partien immer so gegen Stefan Kock.

 

Hätten wir weitergespielt und gut abgeschnitten, wäre sehr sicher ein Protest gekommen, und der wäre höchst wahrscheinlich durchgekommen. Und wenn wir vielleicht 6:2 verloren hätten, wäre das auch nicht besser gewesen.

 

Was bleibt : eine ordentliche Leistung gegen ein weit höher eingestuften Gegner. An keinem Brett gab es wirklich schlechtes Spiel, die Stellungen waren durchweg brauchbar. Wenn wir an diese Leistungen anknüpfen können, werden wir in dieser Saison noch viele Punkte holen und nicht absteigen. Wir werden nicht absteigen, ich bin ganz sicher. Ich bin froh, wenn  in der nächsten Runde wieder Sören da ist, und ich die Aufgabe des Mannschaftsführers wieder abgeben kann.

 

Hiermit nochmals meine Entschuldigung an die, die gern weitergespielt hätten. Tut mir echt leid.

 

Egbert