Itzehoe – Agon Neumünster II 6:2

 

Vier Siege und vier Remispartien sind die Ausbeute an diesem Spieltag - ein Sieg, der in dieser Höhe schon überraschend kommt nach dem bisherigen Auftreten unserer Gäste.

 

Naja, wir haben ja Arno (diesmal wieder an Brett 8 versteckt) und der begrüßt seine Gegner höflich, stellt ihnen seine Dame zur Ansicht in ihre Stellung, raucht noch mal eine und nimmt dann die Glückwünsche entgegen – Schach kann so einfach sein …

Sören hat dagegen keinen wirklichen Siegeswillen erkennen lassen. Eine unangenehme Eröffnung mit frühzeitigem Damentausch macht auch nicht unbedingt Lust auf mehr und so ist das Remis dann auch schnell absehbar.

Anders sieht das schon bei Egbert aus, der eine richtig fetzige Variante mit aufs Brett bringt. Irgendwann scheint der gegenseitige Respekt allerdings auch hier die Siegesbemühungen allseits so stark reduziert zu haben, dass eine Punkteteilung die logische Konsequenz ist.

Ich selbst bin ziemlich eingespannt in einer Stellung, die mir zwar den Vorteil von  Läuferpaar gegen Läufer und Springer bietet, allerdings hat meine Gegnerin dafür Raumvorteil und eine gewisse Initiative.

So entgeht mir glatt, wie Kalle eine sehr gute Stellung mit offenen Linien gegen den feindlichen König zum Erfolg führt und auch der Sieg von Jochen (bei einem kurzen Überblick habe ich in seiner Partie noch gar keinen richtigen Vorteil erkennen können), der offenbar seinen Gegner mit überlegener Technik ausknocken kann. Sven hat in einer Stellung mit nur minimalem Vorteil ein Remisangebot richtigerweise abgelehnt, denn die gegnerische Endspieltechnik ist nicht ausreichend, seinem anhaltenden Druck zu widerstehen.

Hauke muss sich dann nicht mehr anstrengen und vereinbart ein Remis und auch mir bleibt schließlich nichts als mich in dieses unvermeidliche Ergebnis zu fügen, nachdem ich im 40. Zug eine recht gute Möglichkeit auslasse in Vorteil zu kommen.

 

Jetzt haben wir wieder zwei Punkte mehr und mittlerweile Schwierigkeiten, mit gesenktem Haupt unsere Tabellenposition zu erkennen und ich hoffe ja, dass sich unsere Räumlichkeiten für die nächsten Heimspiele dem annähern werden.

 

Hans-Joachim Siewert

 

 

Die Itzehoer feierten in der Verbandsliga Mitte - Schach - einen hohen 6 : 2 - Sieg gegen AGON Neumünster II. Bei nunmehr 8 : 2 Punkten setzen sich die Itzehoer zunächst auf dem zweiten Tabellenplatz fest. Von Abstiegskampf dürfte ab sofort keine Rede mehr sein. Nur Elmshorn steht bislang mit 10 : 0 Punkten vor den Itzehoern. Einen Blitzsieg in diesem Punktspiel feierte an Brett 8 Arno Kizina in nur 37 Minuten. Sein Gegner war voll in eine Falle gelaufen. Relativ schnell waren auch die Partien an Brett 2 mit Sören Koch, Egbert Hengst (Brett 3), Hauke Gloyer (Brett 6) - alle remis - und Karl - Heinz Schmidt (Sieg an Brett 5) beendet. Nach etwa 4 Stunden Spielzeit konnte Sven Meyerhold (Brett 4) einen weiteren Siegpunkt beisteuern, nachdem er Bauern- und Stellungsvorteil im Endspiel ausnutzen konnte und seinen Gegner zur Aufgabe zwang. Kurze Zeit danach brachte auch Jochen Richert (Brett 7) einen vollen Punkt ein, nachdem sein Gegner in hoffnungsloser Stellung aufgegeben hatte. Am Spitzenbrett tat sich derweil Hans Joachim Siewert relativ schwer. Gegen die ehemalige Frauenbundesligaspielerin Britta Leib hatte er zwar im Endspiel einen Bauern mehr, aber bei gleichfarbigen Läufern und jeweils einem Turm konnte Britta Leib durch sehr geschickte Manöver das Spiel remis gestalten. Fazit: keiner hat verloren, es war eine geschlossene Mannschaftsleistung und man kann in Ruhe nach oben sehen.

 

Horst Klüver

 

 

Gegen Agons 2. Mannschaft waren wir leichter Favorit, obwohl unsere Gäste nahezu in Bestbesetzung antraten. Mittlerweile sehen wir vor den Spielen entspannter aus, kein Wunder bei unseren bisherigen Ergebnissen.

 

An nahezu allen Brettern waren spannende Stellungen, was interessante Partien erwarten ließ. Ich schaute mal bei Arno, der mühte sich nach Kräften, weit entfernt am Damenflügel die Damen zu tauschen. Soll man doch nicht im Sizilianer, denn: Weiß muss in 30 Zügen gewinnen, gelingt ihm das nicht, gewinnt Schwarz. Allerdings sah Arnos Gegner nicht glücklich aus. In der Tat: Arno hatte eine glatte Figur mehr, kurz darauf war der Punkt eingefahren.

 

Sören mühte sich, eine leichte Schwäche seines Gegners Roman Ivaska zu bekämpfen; dieser startete eine Gegenoffensive am Damenflügel, die ausreichte, um Chancengleichheit zu wahren - remis.

 

Ich hatte mit dem Feuer gespielt - eine der schärfsten Eröffnungsvarianten in meinem Repertoire... späterer Kommentar von Sven: "so was würde ich mir am Sonntagmorgen nicht antun". Noch dazu musste ich ja auch den Schnellschnellaberoberflächlich-Modus vom Vortag beenden, und dann das Hauptproblem: ich erinnerte mich nicht mehr an die genaue Zugfolge (mein Gegner Matthias Rath zum Glück auch nicht). Dennoch stand ich gut, hatte einen Bauern geopfert, aber meine Initiative reichte nur zum Rückgewinn des Bauern. Da meine Zeit weit schwächer war und mein Riesenläufer vom Springer abgetauscht oder neutralisiert werden konnte, bot ich remis an - sofort angenommen. Und nun war ich Zuschauer.

 

Hauke hatte ziemlich zeitgleich remis gemacht; er hatte angegriffen mit harten Bandagen, aber dann nach diversen Abtauschen war nichts mehr auszumachen, was seinem Gegner wirkliche Probleme hätte bereiten können. Stand nun also: 2,5 : 1,5.

 

Kalles Gegner hatte in einer fast symmetrischen Stellung relativ früh mit dem Aufzug des f-Bauern gedroht, nicht beachtend, dass Kalle noch nicht rochiert hatte. Kalle rochierte dann lang und überrollte mit seinen g- und h-Bauern seinen Gegner. Irgendwann erschein ein schwarzer Bauer auf g3 und spießte Springer und Turm auf. Einige Züge später gab Kalles Gegner auf.

 

Sven stand die ganze Zeit etwas aktiver, aber wie diese Partie gewinnen? Selbst ein Mehrbauer schien das nicht unbedingt erzwingen zu können - noch dazu im Turmendspiel. Aber Sven manövrierte so geschickt, dass er wie von Zauberhand zuerst die gegnerische Initiative lahmlegte, und dann einen weiteren Bauern gewann, was ihm zwei Freibauern verschaffte und seinen Gegner zur Aufgabe bewegte.

 

Jochens Stellung war komisch: er hatte einen doppelten Randbauern, von denen einer sozusagen übrig war. Aber wie das gewinnen? Ganz einfach: man decke den vorderen mit Turm und Läufer, binde damit alle weißen Figuren (Turm, Springer, König) und laufe mit dem eigenen König los. Jochens Gegner eroberte den Bauern mit Generalabtausch aller Figuren, aber dann gab es kein Entrinnen: der andere entfernte Freibauer gab Jochen freie Hand, die weißen Bauern vom Spielfeld zu entfernen. Sehr schön anzuschauen...

 

Hajo würde schon gewinnen, hatte er doch ebenfalls ein Bäuerlein mehr. Aber seine Gegnerin Britta Leib wehrte sich so geschickt, dass sie schlussendlich den Mehrbauern belagern und dann auch erobern konnte. Remis in der letzten Partie des Tages.

 

Zuletzt hatten wir an den vorderen Brettern gute Ergebnisse erzielt, aber diesmal holten wir an den hinteren 5 Brettern 4,5 Punkte! Insbesondere über Kalles und Jochens Spiel habe ich mich sehr gefreut; Sven hat offenbar Blut geleckt, auch ganz klasse gespielt. Und über Arnos Methoden, seinem Gegner die Punkte abzuluchsen, habe ich noch in keinem Buch etwas gelesen. Vielleicht sollten seine Widersacher mal darüber nachdenken, ob sie denn überhaupt vor der Partie die Truppen komplett haben.

 

Abschließend möchte ich mich noch bei unseren Gästen für die eine oder andere Unannehmlichkeit entschuldigen, und mich bedanken, dass sie sich sehr sportlich verhalten haben.

 

Egbert Hengst