Sensationeller Sieg gegen Quickborn. In der Verbandsliga Mitte mischen die Itzehoer Schachspieler weiterhin in der Spitzengruppe mit. Mit einem nicht erwarteten 5,5 : 2.5 Sieg gegen die favorisierten Quickborner kamen die Itzehoer am Sonntag wieder nach Hause. Immer mehr machen sich die beiden Itzehoer Verstärkungen mit Hans - Joachim Siewert und Arno Kizina bezahlt. Siewert gewann an Brett 1 gegen den Quickborner Spitzenspieler, während Kizina an Brett 7 ebenfalls gewinnen konnte. Ihre Sache sehr gut machten auch die anderen Itzehoer Spitzenspieler. Sören Koch an Brett 2 und Egbert Hengst an Brett 3 beendeten ihre Partien ebenfalls sehr erfolgreich. An Brett 4 hatte Karl - Heinz Schmidt von Anfang an Schwierigkeiten und verlor. Auch an Brett 5 kam es zu einer überraschenden Verlustpartie durch Hauke Gloyer. Besser machte es an Brett 6 Jochen Richert, der gegen den ausgebufften Klaus Klotzki immerhin ein remis ertrotzen konnte. Zu einem überraschenden Punktgewinn kam es an Brett 8 durch Dr. Roland Wink, der den mit allen Wassern gewaschenen Wilfried Hadlich stark unter Druck setzen konnte und letztendlich durch Zeitüberschreitung des Gegners gewinnen konnte. Mit jetzt 6 : 2 Punkten belegen die Itzehoer jetzt den zweiten Tabellenplatz.

 

Horst Klüver

 

 

 

Itzehoe setzt sich ab

 

Im Wettstreit bei dem alten Rivalen Quickborn gelang ein unerwarteter, auch in dieser Höhe verdienter Sieg: 5,5 : 2,5!

 

Wir starteten leicht ersatzgeschwächt; für Sven Meyerhold sprang Dr. Roland Wink ein, der bisher wenig Glück am Spitzenbrett der Zweiten hatte, allerdings ausnahmslos gegen höher gewertete Spieler antreten musste. Dafür hatten wir wieder unsere Glücksbringer dabei: den weißen Riesen Arno (in dieser Saison spielt er immer mit weiß, wurde beschlossen), und den grauen Riesen Hajo. Was sollte uns also passieren?

 

Erstes Endergebnis: remis von Jochen mit schwarz gegen den alten (und sehr zähen) Haudegen Klaus Klotzki; die Stellung war in der Tat ausgeglichen. Absolut okay für uns, ein guter Start.

 

Manchmal ist es gut, wenn man gegen bessere Spieler spielt. Ich konnte heute einen Zug, der mir nie und nimmer eingefallen wäre, und mir in der letzten Saison am Brett serviert wurde, in identischer Stellung mit vertauschten Farben meinem Gegner Jochen Henne vorsetzen. Prompt reagierte er nicht ‚sauber’, dann sogar fehlerhaft; meine Springer standen riesig, kurz danach machte meine Bauernwalze reiche Beute und eroberte einen Läufer, dem die Felder ausgegangen waren. Als dann auch der zweite Springer sein Traumfeld betrat, gab mein Gegner auf – Figur weg ohne Kompensation.

 

Ich war damit vor Arno fertig, was im Gewinnsinne in dieser Saison ein Novum darstellt. Dieser ließ sich aber nicht lumpen. In einer Stellung, in der es um die Frage ging, ob Bauernschwächen oder Aktivität mehr wiegt, entschied sich Arno für beides : einen Bauerngewinn, dazu den Turm auf Pastorinos letzter Reihe. Kurz danach erschien ein Freibauer, der durch nichts mehr aufzuhalten war. Punkt für Arno - 2,5 :1,5 für uns.

 

Eine Vorentscheidung war das keinesfalls, standen wir doch an zwei Brettern klar schlechter (oder sogar auf Verlust): Hauke hatte gegen Jarchow früh eine Qualität verloren, Kompensation gab es bei Licht betrachtet keine; Kalle hatte einen Bauern eingebüßt, auch hier war nicht erkennbar, wie dies ohne Geniestreiche wettzumachen war. Die anderen Bretter schienen mir insgesamt für Quickborn etwas vorteilhaft zu sein.  Hajo hatte eine feste Stellung, sein starker Gegner Dieter Kakoschke hatte eine Qualität gegeben, dafür zwei Bauern bekommen, und einen festgepflanzten Springer im Zentrum. Die weißen Türme rangen nach Luft, hatten aber vor allem mit Löcherstopfen zu tun und mit der Aufgabe, Gabeln zu vermeiden. Sören stand leicht besser gegenüber seinem Gegner Birger Bethke, Roland gegen den Routinier Winfried Hadlich gedrückt, aber absolut fest.

 

Ein Remisangebot von Roland schlug sein Gegner aus, öffnete stattdessen die Stellung, was die Sache erheblich komplizierter machte. Das Problem war aber, dass nun auch Roland Chancen bekam, wenn auch nichts Entscheidendes. Und dennoch die klaren Worte von Roland: „Tut mir leid“… Ein Blick hinüber, sein Gegner hatte die Zeit überschritten. Das Glück unseres weißen Riesen strahlt schon ab, scheint mir. Dennoch hat Roland den Punkt verdient – saubere Entwicklung, keine Schwächen, keine übereilten Aktionen, das ist schon mal die halbe Miete. Fast zeitgleich verlor Kalle gegen den starken Schönegg; beim Versuch, Gegenchancen zu erhalten, stellte er seinen Läufer ein und gab auf. (Zwischenstand nun : 3,5 : 1,5 )

 

Sören hatte mittlerweile seinen Vorteil ausgebaut, einen Bauern gewonnen, einige Figuren getauscht, einen zweiten Bauern gewonnen, und ganz wichtig : die Zeitnotphase überstanden. Der eine Mehrbauer lief bis zur vorletzten Reihe, band Turm und König des Gegners, so dass Sörens König leicht alle restlichen Bauern ohne Gegenwehr hätte verspeisen können… Punkt für Sören, Punkt für uns, Mannschaftssieg gesichert!

 

Hauke verlor mehr und mehr Schwindelchancen, weitere Täusche und ein Bauernverlust veranlassten ihn zur Aufgabe.

 

Und der graue Riese? Befand sich in einem Endspiel mit Turm gegen Läufer bei zeitweise drei Minusbauern – Kakoschke hatte 4 Freibauern, davon drei verbunden. O weia… aber von da an spielte Hajo großes Schach: einer nach dem anderen Bauern verließ ohne Gegenwehr das Feld, schließlich wurde eine ganze Weile mit T + 3 B gegen L + 3 B manövriert. Bis es Hajo zu bunt wurde, und er selbst mit seinen Bauern vorrückte und einen weiteren Bauern gewann, und einen der seinen durchzubringen drohte – Dieter Kakoschke gab auf. Endstand 5,5 : 2,5.

 

Die Quickborner haben sich immer durch eine stattliche Portion Fairness ausgezeichnet, also will ich das mal nicht zu hoch hängen. Ein Itzehoer monierte: Springer war berührt!. Nein, hab ich nicht, war die Antwort. Die herumstehenden Quickborner Zuschauer unisono: nein, hat er nicht. Nun, es war nichts zu beweisen. Also wurde es geschluckt, ohne Protest. Und nach der Partie gibt der Quickborner Spieler seinen Mannschaftskameraden gegenüber zu, dass er den Springer „versehentlich“ berührt hatte… Ich habe bewusst keine Namen genannt, aber „fair“ ist etwas anderes.

 

Somit steht die 1. Mannschaft glänzend da, kein Wunder bei gleich zwei strahlenden Riesen! Nächste Woche ist Siegerehrung der Stadtmeisterschaft, und dann die Weihnachtsfeier. Und wir haben wahrlich Grund zu feiern, auch wenn wir es auch ohne Grund täten.

 

Egbert Hengst

 

 

 

Quickborn – Itzehoe 2,5:5,5

 

Obwohl der Gegner von ganz anderem Kaliber ist, erweist sich auch dieser Auswärtsauftritt als rundum gelungen. Hier und da sind noch Erkältungsgeräusche zu vernehmen, doch weniger als ich erwartet hätte. Naja, ich bin schließlich selbst betroffen. Wir finden recht gut ins Match. Bei Arno wird das fast schon erwartet, doch die überzeugende Vorstellung von Egbert ist durchaus mehr als nur eine Erwähnung wert, denn sein Gegner kommt mit der Eröffnung nicht zurecht und ist kaum in der Lage überhaupt sinnvolle Züge zu machen, weil allüberall Unheil droht. Es dauert nicht lange und Figur und Partie sind im Kasten. Bevor Arnos Technikunterricht im Turmendspiel Früchte trägt, kann Jochen berechtigterweise einen halben Punkt vermelden, denn seine Stellung gibt wahrscheinlich nicht mehr her. Und das ist dann schon das 2,5:0,5. Ich selbst habe meinen Gegner ungewollt zu einem Qualitätsopfer, das gleich zwei Bauern als Zinsen abwirft, eingeladen, das sieht nicht wirklich gut aus.

Sören hat als Schwarzer dafür schon die Initiative übernommen, da bin ich deutlich optimistischer und als er kurze Zeit später durch einen Abzugsangriff einen Bauern gewinnen kann bin ich sicher, dass er gewinnt. Kalle hat einen Bauern versäckelt und steht eigentlich auch schlechter. Bei Hauke ist nicht so wirklich viel los, bis plötzlich Hauke lautstark einen Regelverstoß seines Gegners anmahnt. Da dieser bestritten wird und nicht bewiesen werden kann, geht die Partie weiter. Hauke hat jetzt eine Qualität weniger. Am letzten Brett spielt Roland eine solide Partie gegen meinen alten Mannschaftskameraden aus Barmstedter Tagen Willi Hadlich. Wenn es dumm läuft, müssen wir mit 4:4 zufrieden sein.

Kalle muss dann doch aufgeben und Hauke kann seine Partie auch nicht halten. Überraschenderweise kann Roland aber gewinnen, weil sein Gegner einfach die Zeit vergisst (Das hat Roland mit Egbert im September speziell für solche Fälle geübt). Der Kampf ist also entschieden. Mein Gegner steht besser, findet aber keinen guten Plan und will sich durch Abtausch entlasten. Das geht allerdings nach hinten los, denn durch das Opfer eines weiteren Bauern kann ich meinen Turm in seiner Wirkung nahezu explodieren lassen. Zwei Bauern hole ich mir ziemlich schnell zurück und einen dritten presse ich ihm durch ein typisches Manöver ab. Der Rest ist einfach, auch wenn es doch 87 Züge dauert.

Wir können jetzt sehr optimistisch an die nächste Aufgabe gegen AGON NMS 2 heran gehen.

 

Hans-Joachim Siewert