Sensationeller
Sieg gegen Quickborn. In der Verbandsliga Mitte mischen die Itzehoer
Schachspieler weiterhin in der Spitzengruppe mit. Mit einem nicht erwarteten 5,5 : 2.5 Sieg gegen die favorisierten Quickborner
kamen die Itzehoer am Sonntag wieder nach Hause. Immer mehr machen sich die
beiden Itzehoer Verstärkungen mit Hans - Joachim Siewert und Arno Kizina bezahlt. Siewert gewann an Brett 1 gegen den Quickborner Spitzenspieler, während Kizina
an Brett 7 ebenfalls gewinnen konnte. Ihre Sache sehr gut machten auch die
anderen Itzehoer Spitzenspieler.
Itzehoe setzt sich ab
Im Wettstreit bei dem alten
Rivalen Quickborn gelang ein unerwarteter, auch in dieser Höhe verdienter Sieg:
5,5 : 2,5!
Wir starteten leicht
ersatzgeschwächt; für
Erstes Endergebnis: remis
von Jochen mit schwarz gegen den alten (und sehr zähen) Haudegen Klaus Klotzki;
die Stellung war in der Tat ausgeglichen. Absolut okay für uns, ein guter
Start.
Manchmal ist es gut, wenn
man gegen bessere Spieler spielt. Ich konnte heute einen Zug, der mir nie und
nimmer eingefallen wäre, und mir in der letzten Saison am Brett serviert wurde,
in identischer Stellung mit vertauschten Farben meinem Gegner Jochen Henne
vorsetzen. Prompt reagierte er nicht ‚sauber’, dann sogar
fehlerhaft; meine Springer standen riesig, kurz danach machte meine Bauernwalze
reiche Beute und eroberte einen Läufer, dem die Felder ausgegangen waren. Als
dann auch der zweite Springer sein Traumfeld betrat, gab mein Gegner auf
– Figur weg ohne Kompensation.
Ich war damit vor Arno
fertig, was im Gewinnsinne in dieser Saison ein Novum darstellt. Dieser ließ
sich aber nicht lumpen. In einer Stellung, in der es um die Frage ging, ob
Bauernschwächen oder Aktivität mehr wiegt, entschied sich Arno für beides :
einen Bauerngewinn, dazu den Turm auf Pastorinos
letzter Reihe. Kurz danach erschien ein Freibauer, der durch nichts mehr
aufzuhalten war. Punkt für Arno - 2,5 :1,5 für uns.
Eine Vorentscheidung war das
keinesfalls, standen wir doch an zwei Brettern klar schlechter (oder sogar auf
Verlust): Hauke hatte gegen Jarchow früh eine
Qualität verloren, Kompensation gab es bei Licht betrachtet keine; Kalle hatte
einen Bauern eingebüßt, auch hier war nicht erkennbar, wie dies ohne
Geniestreiche wettzumachen war. Die anderen Bretter schienen mir insgesamt für
Quickborn etwas vorteilhaft zu sein.
Hajo hatte eine feste Stellung, sein starker Gegner Dieter Kakoschke hatte eine Qualität gegeben, dafür zwei Bauern
bekommen, und einen festgepflanzten Springer im
Zentrum. Die weißen Türme rangen nach Luft, hatten aber vor allem mit
Löcherstopfen zu tun und mit der Aufgabe, Gabeln zu vermeiden. Sören stand
leicht besser gegenüber seinem Gegner Birger Bethke,
Roland gegen den Routinier Winfried Hadlich gedrückt,
aber absolut fest.
Ein Remisangebot von Roland
schlug sein Gegner aus, öffnete stattdessen die Stellung, was die Sache
erheblich komplizierter machte. Das Problem war aber, dass nun auch Roland
Chancen bekam, wenn auch nichts Entscheidendes. Und dennoch die klaren Worte
von Roland: „Tut mir leid“… Ein Blick hinüber, sein Gegner
hatte die Zeit überschritten. Das Glück unseres weißen Riesen strahlt schon ab,
scheint mir. Dennoch hat Roland den Punkt verdient – saubere Entwicklung,
keine Schwächen, keine übereilten Aktionen, das ist schon mal die halbe Miete.
Fast zeitgleich verlor Kalle gegen den starken Schönegg;
beim Versuch, Gegenchancen zu erhalten, stellte er seinen Läufer ein und gab
auf. (Zwischenstand nun : 3,5 : 1,5 )
Sören hatte mittlerweile
seinen Vorteil ausgebaut, einen Bauern gewonnen, einige Figuren getauscht,
einen zweiten Bauern gewonnen, und ganz wichtig : die
Zeitnotphase überstanden. Der eine Mehrbauer lief bis zur vorletzten Reihe,
band Turm und König des Gegners, so dass Sörens König leicht alle restlichen
Bauern ohne Gegenwehr hätte verspeisen können… Punkt für Sören, Punkt für
uns, Mannschaftssieg gesichert!
Hauke verlor mehr und mehr
Schwindelchancen, weitere Täusche und ein Bauernverlust veranlassten
ihn zur Aufgabe.
Und der graue Riese? Befand
sich in einem Endspiel mit Turm gegen Läufer bei zeitweise drei Minusbauern
– Kakoschke hatte 4 Freibauern, davon drei
verbunden. O weia… aber von da an spielte Hajo
großes Schach: einer nach dem anderen Bauern verließ ohne Gegenwehr das Feld,
schließlich wurde eine ganze Weile mit T + 3 B gegen L + 3 B manövriert. Bis es
Hajo zu bunt wurde, und er selbst mit seinen Bauern vorrückte und einen
weiteren Bauern gewann, und einen der seinen durchzubringen drohte –
Dieter Kakoschke gab auf. Endstand 5,5 : 2,5.
Die Quickborner
haben sich immer durch eine stattliche Portion Fairness ausgezeichnet, also
will ich das mal nicht zu hoch hängen. Ein Itzehoer monierte: Springer war berührt!. Nein, hab ich nicht, war die Antwort. Die herumstehenden Quickborner Zuschauer unisono: nein, hat er nicht. Nun, es
war nichts zu beweisen. Also wurde es geschluckt, ohne Protest. Und nach der
Partie gibt der Quickborner Spieler seinen Mannschaftskameraden
gegenüber zu, dass er den Springer „versehentlich“ berührt
hatte… Ich habe bewusst keine Namen genannt, aber „fair“ ist
etwas anderes.
Somit steht die 1.
Mannschaft glänzend da, kein Wunder bei gleich zwei strahlenden Riesen! Nächste
Woche ist Siegerehrung der Stadtmeisterschaft, und dann die Weihnachtsfeier.
Und wir haben wahrlich Grund zu feiern, auch wenn wir es auch ohne Grund täten.
Quickborn – Itzehoe 2,5:5,5
Obwohl der Gegner von ganz
anderem Kaliber ist, erweist sich auch dieser Auswärtsauftritt als rundum
gelungen. Hier und da sind noch Erkältungsgeräusche zu vernehmen, doch weniger
als ich erwartet hätte. Naja, ich bin schließlich
selbst betroffen. Wir finden recht gut ins Match. Bei Arno wird das fast schon
erwartet, doch die überzeugende Vorstellung von Egbert ist durchaus mehr als
nur eine Erwähnung wert, denn sein Gegner kommt mit der Eröffnung nicht zurecht
und ist kaum in der Lage überhaupt sinnvolle Züge zu machen, weil allüberall
Unheil droht. Es dauert nicht lange und Figur und Partie sind im Kasten. Bevor
Arnos Technikunterricht im Turmendspiel Früchte trägt, kann Jochen
berechtigterweise einen halben Punkt vermelden, denn seine Stellung gibt
wahrscheinlich nicht mehr her. Und das ist dann schon das 2,5:0,5. Ich selbst
habe meinen Gegner ungewollt zu einem Qualitätsopfer, das gleich zwei Bauern
als Zinsen abwirft, eingeladen, das sieht nicht wirklich gut aus.
Sören hat als Schwarzer
dafür schon die Initiative übernommen, da bin ich deutlich optimistischer und als
er kurze Zeit später durch einen Abzugsangriff einen Bauern gewinnen kann bin
ich sicher, dass er gewinnt. Kalle hat einen Bauern versäckelt und steht
eigentlich auch schlechter. Bei Hauke ist nicht so wirklich viel los, bis
plötzlich Hauke lautstark einen Regelverstoß seines Gegners anmahnt. Da dieser
bestritten wird und nicht bewiesen werden kann, geht die Partie weiter. Hauke
hat jetzt eine Qualität weniger. Am letzten Brett spielt Roland eine solide
Partie gegen meinen alten Mannschaftskameraden aus Barmstedter Tagen Willi Hadlich. Wenn es dumm läuft, müssen wir mit 4:4 zufrieden
sein.
Kalle muss dann doch
aufgeben und Hauke kann seine Partie auch nicht halten. Überraschenderweise
kann Roland aber gewinnen, weil sein Gegner einfach die Zeit vergisst (Das hat
Roland mit Egbert im September speziell für solche Fälle geübt). Der Kampf ist
also entschieden. Mein Gegner steht besser, findet aber keinen guten Plan und
will sich durch Abtausch entlasten. Das geht allerdings nach hinten los, denn
durch das Opfer eines weiteren Bauern kann ich meinen Turm in seiner Wirkung
nahezu explodieren lassen. Zwei Bauern hole ich mir ziemlich schnell zurück und
einen dritten presse ich ihm durch ein typisches Manöver ab. Der Rest ist
einfach, auch wenn es doch 87 Züge dauert.
Wir können jetzt sehr
optimistisch an die nächste Aufgabe gegen AGON NMS 2 heran gehen.