Itzehoer
Sieg gegen den Nachbarn aus Hanerau - Hademarschen.
Ein wichtiger Sieg sogar, denn durch die neue
Klasseneinteilungen in der nächsten Saison werden in diesem Jahr 4 Mannschaften
aus der Verbandsliga absteigen. 4,5 : 3,5 ging der
Kampf für Itzehoe aus. Vom Ergebnis her knapp, aber vom Spielverlauf deutlich,
denn die Itzehoer waren schnell mit 4,5 : 0,5 in
Führung gegangen. Arno Kizina hatte an Brett 8 kurzen
Prozeß mit seinem Gegenspieler gemacht und auch
Im Kampf um enorm wichtige
Punkte und Tabellenpositionen ging es gegen Hademarschen; die Spieler
Ich hatte kaum meinen ersten
Kaffee ausgetrunken, ertönte ein Aufschrei des Entsetzens aus der Ferne. Kurzer
Blick : Arno's Gegner hatte
ersatzlos eine Figur eingestellt. Kurz danach war der erste Punkt unter Dach
und Fach. Arno hat einen Lauf, und dann bekommt man mitunter Geschenke, ohne
etwas dafür tun zu müssen. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Glücksfall
für den Verein und die Mannschaft.
Kurz danach donnerte Sören
seinen Läufer nach h7, eroberte einen entscheidenden Bauern. Sein Gegner
versuchte auf die Karte ungleichfarbige Läufer zu setzen; gab dann eine Figur
für zwei mächtige Bauern im Zentrum, die aber letztlich routiniert entwertet
wurden. Gefühlte 0,14 Sekunden vor dem Matt gab Sören's
Gegner auf.
Ich hatte eine gute
Stellung, konnte nach einer strategischen Ungenauigkeit meines Gegners (der
mich in der letzten Saison noch ausgespielt hatte) die Initiative ergreifen,
dann bei ziemlich verschachtelter Stellung einen Angriff gegen seinen König
starten. Allerdings hatte er alle notwendigen Verteidigungszüge gefunden, auch
die eine oder andere versteckte Drohung sehr sicher erspäht. Ich kam nicht
recht von der Stelle und bot remis an, welches mein Gegner sofort annahm.
Sven stand zu diesem
Zeitpunkt bereits klar besser. Er hatte seinen Gegner frontal angegriffen, ihm
die Qualität abgenommen, dazu einen wichtigen Bauern, und den König zum Laufen
gebracht. Ein lustiges Bild... der schwarze Springer im Zentrum wurde von
allerlei Figuren gedeckt, und der König, der früh auf Wanderschaft gehen
musste, tippelte um den Springer herum. Schlussendlich gelang Sven ein weiterer
Bauerngewinn, sein Gegner war fast in Zugzwang, und nun hätte auch
Generalabtausch eine leicht gewonnenes Bauernendspiel
gebracht. Hier gab sein Gegner dann auch zum richtigen Zeitpunkt auf.
Hauke drückte von Anfang an
mächtig auf die gegnerische Stellung; Durchbruchsdrohungen am Königsflügel und
im Zentrum waren die Folge. Sein Gegner bot remis an. Fast hätte Hauke es
angenommen, aber nur fast. Er erhöhte stattdessen den Druck, so dass sein
Gegner sich genötigt sah, einen Bauern herzugeben. Entlastung war das nicht. Am
Ende konnte sich fast keine schwarze Figur mehr bewegen. Die Partie endete weit
vor dem 40.Zug mit Hauke's Ausruf :
'Zeit'. Und damit hatten wir 4.5 Mannschaftspunkte im Kasten.
Im Duell der Flaggschiffe
kam es zu einer Stellung, die für beide Seiten wie gemalt schein. Hajo erhielt
seine beliebte Aufstellung mit einem Doppelbauern und Läuferpaar,
Bei Kalle sah es immer
irgendwie komisch aus. Sein Gegner hatte zwei Bauern mehr, dafür stand der
König im Zentrum, der sich aber recht sicher hinter den Mehrbauern verschanzen,
dazu mit seinen Figuren strategisch wichtige Punkte besetzen konnte. Kalle
startete verschiedene Attacken, um den gegnerischen König an's
Licht zu zerren. Arno's Kommentar war recht treffend : 'Entweder Kalle gewinnt jetzt oder er verliert'.
Kalle gewann nicht, er verlor. Stark gespielt von seinem Gegner, muss man
anerkennen.
Von der Spielstärke von Jochen's Gegner Hendrik Niemöller
musste ich mich letztens selbst überzeugen. Jochen stand okay bis unklar, hatte
aber sehr wenig Zeit. Dann gewann Hendrik mit einer
kleinen Kombi die Qualität. Noch danach gab es Chancen für Jochen zum
Gegenspiel. Leider fand er diese versteckten Möglichkeiten nicht, und so musste
er die Niederlage quittieren.
4,5 : 3,5 - ein knapper,
aber verdienter Sieg, und eminent wichtig. Nächster Gegner wird Quickborn sein.
Im Moment sind sie stärker einzuschätzen; für uns war Quickborn immer eine
Wundertüte. In der einen Saison gewinnen wir 7:1, in der nächsten verlieren wir
3:5, und in der vorletzen Saison gewinnen wir als
klarer Außenseiter mit gleich drei Ersatzspielern. Zu verlieren haben wir da
nichts, umso unbeschwerter können wir die Sache angehen. Die Pflichtsiege der
ersten Runden sind eingefahren.
Itzehoe – Hademarschen
4,5:3,5
Wieder so ein
4-Punkte-Spiel, wie es in dieser Saison ungewöhnlich viele geben wird. Der
Itzehoer Stadtpokal nimmt die Möglichkeit einer gemeinsamen Vorbereitung,
andererseits gehört ja die halbe Mannschaft aus Hademarschen zu den
Turnierteilnehmern und so gibt es dann doch wieder Eindrücke, die verarbeitet
werden können.
Der Kampf fängt eigentlich
ganz gut an und bis auf meine eigene Stellung habe ich nirgendwo Bedenken. Ich
will mich auf eine Fortsetzung einlassen, die man vielleicht am besten als
spekulativ bezeichnen kann. Dabei hoffe ich auf Gegenspiel mit Läuferpaar und
offener g-Linie als Kompensation für zahlreiche Bauernschwächen. Nach einer
weiteren Ungenauigkeit bin ich schnell in eine sehr passive Position gedrängt.
Der entscheidende Fehler geschieht dann aber, als die eigentliche Gefahr schon
gebannt scheint. Da ist der Mannschaftskampf allerdings bereits entschieden.
Der Reihe nach...
Arno hat gegen Jasper
ziemlich schnell eine überwältigende Stellung erreichen können. Als ich das
nächste Mal aufs Brett schaue, ist es schon vorbei, verständlich, wenn Dame und
mehrere Springer um den armen König herum toben.
Sören kann durch eine petit combinaison einen Bauern
gewinnen. Clausen versucht noch das Spiel zu verschärfen, die dafür nötigen
Zugeständnisse beschleunigen aber nur das Ende.
Egbert bietet in einer
leicht aktiveren Stellung gegen Kruse Remis an, das zu meiner Überraschung bei
diesem Zwischenstand angenommen wird.
Hauke überlegt auch eine Punkteteilung
anzubieten, will sich die Stellung, die durchaus besser für ihn ist, aber
lieber noch etwas anschauen. Dabei muss er dann etwas bis dahin Verborgenes
entdeckt haben, denn er erreicht schon bald eine Gewinnstellung.
Sven hält den König von Tiessen schön in der Mitte fest. Ohne Bauernschutz und wenn
noch alle Schwerfiguren auf dem Brett sind stehen die Chancen für den König
ziemlich schlecht, das muß Schwarz hier auch
erfahren.
Karl-Heinz hat aus der
Eröffnung heraus für eine chancenreiche Angriffsstellung einen Bauern geopfert.
Lange Zeit denke ich, dass er schon irgendwie gewinnen wird, später, dass er
die Stellung für ein Dauerschach öffnen kann. Doch Strebel
widersetzt sich erfolgreich allen Bemühungen in diese Richtung und bringt
seinen Materialvorteil zur Geltung.
Jochen hat wie immer eine
zähe, nahe am Ausgleich befindliche Stellung. Hendrik Niemöller
versteht es aber, sich in kleinen Schritten doch eine unangenehme Druckstellung
auf zu bauen und in der Zeitnotphase den entscheidenden Vorteil zu sichern.
Ja, so ist das – der
Mannschaftskampf war nie wirklich in Gefahr und dennoch ist es zum Schluss
doch überraschend knapp. Wer sich das
Gesamtergebnis anschaut wird vielleicht auch auf den Gedanken kommen, dass
Hans-Joachim Siewert