Itzehoer Sieg gegen den Nachbarn aus Hanerau - Hademarschen. Ein wichtiger Sieg sogar, denn durch die neue Klasseneinteilungen in der nächsten Saison werden in diesem Jahr 4 Mannschaften aus der Verbandsliga absteigen. 4,5 : 3,5 ging der Kampf für Itzehoe aus. Vom Ergebnis her knapp, aber vom Spielverlauf deutlich, denn die Itzehoer waren schnell mit 4,5 : 0,5 in Führung gegangen. Arno Kizina hatte an Brett 8 kurzen Prozeß mit seinem Gegenspieler gemacht und auch Sören Koch an Brett 2 hatte in einem sehenswerten Spiel seinen Gegner zur Aufgabe gezwungen. Egbert Hengst steuerte an Brett 3 ein remis bei und Sven Meyerhold spielte an Brett 4 seinen Gegner schwindelig, so daß dieser entnervt aufgab. Hauke Gloyer an Brett 6 gab seinem Gegenüber eine Ratenuß nach der anderen auf, so daß dessen Zeit lief und lief. Die Stellung des Gegners war aber auch nicht gerade berauschend. Mit einem Schachgebot brachte Gloyer seinen Gegner dann wieder zum Grübeln. Plötzlich rief Gloyer Zeit ! Die Zeit des Gegners war abgelaufen und da noch keine 40 Züge vollendet waren, war die Partie durch Zeitüberschreitung verloren. Damit stand auch der Gesamtsieg für Itzehoe fest. Doch wie hoch würde der Sieg ausfallen ? Drei Partien liefen noch. Spannend war es an Brett 1 zwischen Hans - Joachim Siewert und dem Spitzenreiter beim Itzehoer Stadtpokal, Dirk Martens. Jeder hatte noch einen Turm und 7 Bauern. Eine komplizierte Stellung, in der sich Siewert dazu hinreißen ließ, die Türme zu tauschen und danach das schlechtere Spiel hatte und sofort aufgab. Auch bei Karl - Heinz Schmidt und Jochen Richert sah es nicht gut aus. Beide gaben kurz hintereinander auf, so daß es zu dem knappen Ergebnis kam. Mit 4 : 2 Punkten liegen die Itzehoer jetzt an 4. Stelle in der Tabelle.

 

Horst Klüver

 

 

 

Im Kampf um enorm wichtige Punkte und Tabellenpositionen ging es gegen Hademarschen; die Spieler Dirk Martens, Hendrik Niemöller, Dirk Clausen und Erich Jasper sind ja nicht zuletzt aufgrund der Teilnahme bei den Stadtmeisterschaft bestens bekannt und dürften sich mittlerweile fast heimisch bei uns fühlen. Die Vorzeichen : wir waren leichter Favorit, insbesondere an den hinteren Brettern haben wir nominell spürbaren Vorteil, auch wenn der eine oder andere Hademarschener erheblich besser spielt als es seine Wertungszahl aussagt. An den ersten Brettern schienen die Chancen ausgeglichen, aufgrund der Form der einzelnen Spieler vielleicht mit kleinen Vorteilen bei unseren Gästen.

Ich hatte kaum meinen ersten Kaffee ausgetrunken, ertönte ein Aufschrei des Entsetzens aus der Ferne. Kurzer Blick : Arno's Gegner hatte ersatzlos eine Figur eingestellt. Kurz danach war der erste Punkt unter Dach und Fach. Arno hat einen Lauf, und dann bekommt man mitunter Geschenke, ohne etwas dafür tun zu müssen. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Glücksfall für den Verein und die Mannschaft.

Kurz danach donnerte Sören seinen Läufer nach h7, eroberte einen entscheidenden Bauern. Sein Gegner versuchte auf die Karte ungleichfarbige Läufer zu setzen; gab dann eine Figur für zwei mächtige Bauern im Zentrum, die aber letztlich routiniert entwertet wurden. Gefühlte 0,14 Sekunden vor dem Matt gab Sören's Gegner auf.

Ich hatte eine gute Stellung, konnte nach einer strategischen Ungenauigkeit meines Gegners (der mich in der letzten Saison noch ausgespielt hatte) die Initiative ergreifen, dann bei ziemlich verschachtelter Stellung einen Angriff gegen seinen König starten. Allerdings hatte er alle notwendigen Verteidigungszüge gefunden, auch die eine oder andere versteckte Drohung sehr sicher erspäht. Ich kam nicht recht von der Stelle und bot remis an, welches mein Gegner sofort annahm.

Sven stand zu diesem Zeitpunkt bereits klar besser. Er hatte seinen Gegner frontal angegriffen, ihm die Qualität abgenommen, dazu einen wichtigen Bauern, und den König zum Laufen gebracht. Ein lustiges Bild... der schwarze Springer im Zentrum wurde von allerlei Figuren gedeckt, und der König, der früh auf Wanderschaft gehen musste, tippelte um den Springer herum. Schlussendlich gelang Sven ein weiterer Bauerngewinn, sein Gegner war fast in Zugzwang, und nun hätte auch Generalabtausch eine leicht gewonnenes Bauernendspiel gebracht. Hier gab sein Gegner dann auch zum richtigen Zeitpunkt auf.

Hauke drückte von Anfang an mächtig auf die gegnerische Stellung; Durchbruchsdrohungen am Königsflügel und im Zentrum waren die Folge. Sein Gegner bot remis an. Fast hätte Hauke es angenommen, aber nur fast. Er erhöhte stattdessen den Druck, so dass sein Gegner sich genötigt sah, einen Bauern herzugeben. Entlastung war das nicht. Am Ende konnte sich fast keine schwarze Figur mehr bewegen. Die Partie endete weit vor dem 40.Zug mit Hauke's Ausruf : 'Zeit'. Und damit hatten wir 4.5 Mannschaftspunkte im Kasten.

Im Duell der Flaggschiffe kam es zu einer Stellung, die für beide Seiten wie gemalt schein. Hajo erhielt seine beliebte Aufstellung mit einem Doppelbauern und Läuferpaar, Dirk Martens drückte auf die Stellung und verpasste Hajo noch einen Doppelbauern, der das unbeeindruckt zur Kenntnis nahm. Dann wurden Turm und Springer von Dirk bedrohlich aktiv, Hajo konnte aber den Springer abtauschen und den Turm weitestgehend neutralisieren. Nun begann man als Zuschauer durchzuatmen; und genau an dem Punkt ließ Hajo's Genauigkeit nach, ein Bauerntausch im Zentrum, erzwungener Turmtausch im Zentrum, elementar verlorenes Bauernendspiel, Aufgabe von Hajo. Eine sehr gehaltvolle Partie, fand ich.

Bei Kalle sah es immer irgendwie komisch aus. Sein Gegner hatte zwei Bauern mehr, dafür stand der König im Zentrum, der sich aber recht sicher hinter den Mehrbauern verschanzen, dazu mit seinen Figuren strategisch wichtige Punkte besetzen konnte. Kalle startete verschiedene Attacken, um den gegnerischen König an's Licht zu zerren. Arno's Kommentar war recht treffend : 'Entweder Kalle gewinnt jetzt oder er verliert'. Kalle gewann nicht, er verlor. Stark gespielt von seinem Gegner, muss man anerkennen.

Von der Spielstärke von Jochen's Gegner Hendrik Niemöller musste ich mich letztens selbst überzeugen. Jochen stand okay bis unklar, hatte aber sehr wenig Zeit. Dann gewann Hendrik mit einer kleinen Kombi die Qualität. Noch danach gab es Chancen für Jochen zum Gegenspiel. Leider fand er diese versteckten Möglichkeiten nicht, und so musste er die Niederlage quittieren.

4,5 : 3,5 - ein knapper, aber verdienter Sieg, und eminent wichtig. Nächster Gegner wird Quickborn sein. Im Moment sind sie stärker einzuschätzen; für uns war Quickborn immer eine Wundertüte. In der einen Saison gewinnen wir 7:1, in der nächsten verlieren wir 3:5, und in der vorletzen Saison gewinnen wir als klarer Außenseiter mit gleich drei Ersatzspielern. Zu verlieren haben wir da nichts, umso unbeschwerter können wir die Sache angehen. Die Pflichtsiege der ersten Runden sind eingefahren.

 

Egbert Hengst

 

 

 

Itzehoe – Hademarschen 4,5:3,5

 

Wieder so ein 4-Punkte-Spiel, wie es in dieser Saison ungewöhnlich viele geben wird. Der Itzehoer Stadtpokal nimmt die Möglichkeit einer gemeinsamen Vorbereitung, andererseits gehört ja die halbe Mannschaft aus Hademarschen zu den Turnierteilnehmern und so gibt es dann doch wieder Eindrücke, die verarbeitet werden können.

Der Kampf fängt eigentlich ganz gut an und bis auf meine eigene Stellung habe ich nirgendwo Bedenken. Ich will mich auf eine Fortsetzung einlassen, die man vielleicht am besten als spekulativ bezeichnen kann. Dabei hoffe ich auf Gegenspiel mit Läuferpaar und offener g-Linie als Kompensation für zahlreiche Bauernschwächen. Nach einer weiteren Ungenauigkeit bin ich schnell in eine sehr passive Position gedrängt. Der entscheidende Fehler geschieht dann aber, als die eigentliche Gefahr schon gebannt scheint. Da ist der Mannschaftskampf allerdings bereits entschieden. Der Reihe nach...

Arno hat gegen Jasper ziemlich schnell eine überwältigende Stellung erreichen können. Als ich das nächste Mal aufs Brett schaue, ist es schon vorbei, verständlich, wenn Dame und mehrere Springer um den armen König herum toben.

Sören kann durch eine petit combinaison einen Bauern gewinnen. Clausen versucht noch das Spiel zu verschärfen, die dafür nötigen Zugeständnisse beschleunigen aber nur das Ende.

Egbert bietet in einer leicht aktiveren Stellung gegen Kruse Remis an, das zu meiner Überraschung bei diesem Zwischenstand angenommen wird.

Hauke überlegt auch eine Punkteteilung anzubieten, will sich die Stellung, die durchaus besser für ihn ist, aber lieber noch etwas anschauen. Dabei muss er dann etwas bis dahin Verborgenes entdeckt haben, denn er erreicht schon bald eine Gewinnstellung.

Sven hält den König von Tiessen schön in der Mitte fest. Ohne Bauernschutz und wenn noch alle Schwerfiguren auf dem Brett sind stehen die Chancen für den König ziemlich schlecht, das muß Schwarz hier auch erfahren.

Karl-Heinz hat aus der Eröffnung heraus für eine chancenreiche Angriffsstellung einen Bauern geopfert. Lange Zeit denke ich, dass er schon irgendwie gewinnen wird, später, dass er die Stellung für ein Dauerschach öffnen kann. Doch Strebel widersetzt sich erfolgreich allen Bemühungen in diese Richtung und bringt seinen Materialvorteil zur Geltung.

Jochen hat wie immer eine zähe, nahe am Ausgleich befindliche Stellung. Hendrik Niemöller versteht es aber, sich in kleinen Schritten doch eine unangenehme Druckstellung auf zu bauen und in der Zeitnotphase den entscheidenden Vorteil zu sichern.

Ja, so ist das – der Mannschaftskampf war nie wirklich in Gefahr und dennoch ist es zum Schluss doch  überraschend knapp. Wer sich das Gesamtergebnis anschaut wird vielleicht auch auf den Gedanken kommen, dass Egbert Hengst der eigentliche Matchwinner ist, da er als einziger Schwarzspieler dieses Kampfes nicht verloren hat.

 

Hans-Joachim Siewert