Der Itzehoer Stadtpokal
Zur 36. Auflage der Stadtmeisterschaft von Itzehoe nimmt
manch ein Teilnehmer nach längerer Abstinenz wieder die Gelegenheit wahr, mit
den starken Spielern aus der Region am Schachbrett die Klingen zu kreuzen. Der Itzehoer
Schachverein bietet seine Spitzenspieler Egbert Hengst
und Sören Koch auf, der Landesligist aus Wrist tritt mit Frank Hamann
und Wolfgang Schlünz an und vom Ligakonkurrenten
Merkur Hademarschen treten Dirk Martens und
Dirk Clausen in die Schranken. Aber auch weitere starke Spieler aus Kollmar,
Barmstedt, Büsum oder Meldorf rechnen sich zumindest Außenseiter-Chancen aus.
Außerdem soll nicht verschwiegen werden, dass sich auch die Weiblichkeit
vermehrt von dem Geschehen auf den 64 Feldern angezogen fühlt und heuer
beabsichtigen also mit Karina Off und Simone
Bücker zwei patente Schach-Frauen die männliche Konkurrenz tüchtig ins
schwitzen zu bringen.
Nun gibt die erste Runde eines Turnieres
im Allgemeinen die Gelegenheit, sich einzuspielen und dabei die aktuelle
Verfassung der Konkurrenten zu beobachten. Da hier durchweg die stärkere Hälfte
gegen die schwächere antreten muss, waren relativ einseitige Partien und klare
Ergebnisse zu erwarten, denn die Spielstärke-Unterschiede in der Rangliste
wogen doch recht schwer.
Aber weit gefehlt! Nicht nur heftig viel Gegenwehr schlug
den Favoriten entgegen, schlimmer noch, die Underdogs zeigten echte Reißzähne
und so musste sich der hochfavorisierte Egbert
Hengst gegen Hendrik Niemöller
geschlagen geben und der aktuelle Vereinsmeister des Itzehoer Schachvereins
Stefan Fuhrmann kam gegen den Jugendspieler Cliff Ruhland nicht über ein Remis
hinaus. Die übrigen Partien endeten mit den erwarteten Ergebnissen, die aber
nichts darüber aussagen, wie sehr sich dort gestandene Spieler quälen mussten.
Titelverteidiger Frank Hamann musste gegen Karina
Off über die volle Distanz gehen, Sören Koch
gab selbst zu, nur mit viel Glück das Turnierleiter-Duell gegen Bernd Schacht
gewonnen zu haben. Alexey Skrypkin
hatte sich erst in einem komplizierten Endspiel gegen Volker Recklies geschlagen geben müssen. Horst
Klüver musste seine ganze Routine einsetzen, um nicht von dem
vereinslosen Jugendspieler Tarek Schulz düpiert zu werden.
Sollte diese Kampfbereitschaft weiter anhalten, können sich
die Zuschauer auf sechs weitere spannende Spieltage freuen und zwar jeden
Donnerstag bis zum 8. Dezember ab 19.30 im Vereinslokal Café Schwarz.
Hans-Joachim Siewert
Der Itzehoer Schachverein konnte zum Start des diesjährigen
Stadtpokals 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Wie immer in der 1.
Runde werden die sog. "Schwächeren" gegen die sog.
"Stärkeren" ausgelost. Pokalverteidiger Frank Hamann
mußte gegen dieMeldorferin Karina
Off antreten (s. Foto). Es entwickelte sich fortan ein
spannendes Match. Karina verstand es immer wieder sich aus einer engmaschigen
Umklammerung zu befreien und kurz vor Ende des Spiels in Zeitnotphase stehend,
befreite sie sich und wollte einen Gegenangriff starten. Dies wurde mit einem
Zwischenschach unterbunden. Karina übersah diesen Zug und forcierte weiter nach
vorn. Frank Hamann reklamierte daraufhin
"unmöglicher Zug", denn der eigene König stand im Schach und so mußte Karina kompensationslos die
Dame hergeben und gab darauf auf. Ähnlich erging es der 2. teilnehmenden Dame,
Simone Bücker aus Barmstedt. Auch sie hatte Druck auf die Stellung von Dr. Coldeway aus Kollmar aufgebaut und schluckte in
Zeitnotphase einen Bauern, darauf konterte Dr. Coldeway
mit einem Läuferzwischenschach und gleichzeitigem Turmverlust und auch
Partieverlust. Beide Partien standen kurz vor einer Sensation, denn beide Damen
waren im DWZ - Ranking tiefer angesetzt als ihre jeweiligen Gegner. Die
eigentliche Sensation schaffte aber bereits vorher Hendrik Niemöller
aus Hanerau - Hademarschen, der den Itzehoer
Spitzenspieler Egbert Hengst gehörig unter
Druck setzen konnte, die Leinen nie locker ließ und das Spiel letztendlich zu
seinen Gunsten entscheiden konnte. Ebenfalls nehmen 2 Jugendliche teil: Tarek
Schulz und Cliff Ruhland (beide Itzehoe). Cliff konnte ebenfalls für eine
Überraschung sorgen, indem er vom Itzehoer Jugendwart Stefan Fuhrmann ein remis
abtrotzte.
Horst Klüver

Vor ihrer Partie der 1.Runde: Karina Off
und Titelverteidiger Frank Hamann