Auf dem Bild im Vordergrund links: Wolfgang Schlünz gegen Dirk Clausen. Dahinter

Da ich spielfrei war, konnte ich recht detailliert die einzelnen Partien der letzten Runde verfolgen, was durchaus eine Freude war – kein einziges Kurzremis; es wurde hart um den letzten Punkt gekämpft.
Hartmut Bräuer hatte gegen
Cliff Ruhland gegen Alexey Skrypkin, eine interessante Begegnung zweier Itzehoer Shooting-Stars. Nach einer Nachlässigkeit Alexeys in der Eröffnung gewann Cliff einen Bauern. Danach bemühte sich Alexey um Kompensation, aber Cliff gelang es, die aktiven gegnerischen Figuren abzutauschen. Im Endspiel waren es schnell zwei Mehrbauern, dann gewann Cliff noch eine Figur und brachte den Punkt sicher nach Hause.
Bei Erich Jasper gegen Frank Tiemann wogte das Schlachtenglück hin und her. Letztlich konnte Frank seinen eigenen König stabilisieren, Erich Jasper einen schwachen Bauern verpassen, an dessen Verteidigung fast alle schwarzen Figuren gebunden waren. Als Jasper zum Gegenangriff ansetzte mit zwei Schwerfiguren auf der letzten Reihe, wurde er kurz und trocken von Frank matt gesetzt.
Bei der Paarung Bernd Schacht gegen Volker Recklies würde man nicht unbedingt erwarten, was hier an permanenten Schlagmöglichkeiten drin war. Nachdem Volker das Spiel verschärfte, verlor er einen Bauern im Zentrum. Bald entwickelte er aber eine starke Initiative, die ihm zunächst das Läuferpaar einbrachte, dann eine sehr aktive Turmstellung und schlussendlich ein Dauerschach, dem beide wohl nicht entfliehen konnten. Remis, aber keineswegs langweilig – ausgekämpft in jedem Fall.
Jens Bartels und Kalle Schmidt entwickelten beide munter ihre Figuren, das Zentrum war offen, Jens gewann mit einer kleinen Kombination einen Bauern. Rochiert hatte noch keiner; als Kalle dies zuerst tat und den Bauern zurück gewann, war es dann auch schon sehr ausgeglichen – remis.
Bei Hendrik Niemöller gegen Burkhard Lewke habe ich mehrfach meine vorherige Einschätzung korrigieren müssen. Zuerst opferte Hendrik einen wichtigen Bauern auf der b-Linie; Burkhard musste aber mit der Dame schleunigst zurück, um Hendrik kampflos die b-Linie zu überlassen. Bei meinem nächsten Besuch hatte aber wieder Burkhard die Linie mit beiden Türmen, die vorher noch unentwickelt waren – dafür hatte Hendrik aber seinen Bauer wieder. Schon hier war die Partie dramatisch, nach Burkhards 30. Zug hatte er noch drei Sekunden…seine Aktivität schlug aber nicht durch, nach und nach wurden die Schwerfiguren getauscht. Hendriks Läufer war dem schwarzen Springer klar überlegen, dazu hatte er einen Zeitvorteil von etwa neun gegen drei Minuten. Aber Hendrik fand es nicht, der Läufer verlief sich, der Springer lebte auf und verspeiste gierig die weißen verwaisten Bauern im Zentrum, der Zeitvorteil ging dahin, und am Ende gewann Burkhard in klarer Gewinnstellung auf Zeit. Die Partie, die zuletzt lief, das letzte offizielle Wort sozusagen: ‚Zeit’
Die Partie Erich Haases gegen
Die Stellung der Partie Timo Bücker gegen Volker Brandt war für mich bereits nach dem ersten Zug Neuland, und so ein paar Eröffnungen kenne ich schon. Hier war langes Abtasten die Folge. Timo ergriff dann die Initiative, gewann zwei Bauern, so dass Volker mit seinem König zur anderen Seite auswandern musste. Aber Timos Druck wurde stärker und stärker, die Barriere der schwarzen Springer wurde gebrochen. Am Ende schien das sicher herausgespielt. Die kreativste Eröffnungsbehandlung hat wohl wiederum Volker Brandt gezeigt.
Vorjahressieger
Wolfgang Schlünz war vermutlich
der Wettfavorit auf den Turniersieg, hatte er doch gegenüber
Brett 1 also:
Und so heißt der Sieger des Itzehoer Stadtpokals 2011
verdient:
Es war ein Turnier, das uns Itzehoer Gastgebern viel Freude bereitet hat. Es gab fast ausschließlich fröhliche Gesichter zu sehen, anscheinend hat es allen Spaß gemacht. Was mir auffiel, war die große Bereitschaft, unklare oder ausgeglichene Stellungen weiterzuspielen, so soll das ein. Ich bin selbst gespannt, wer von der Turnierleitung zum kämpferischsten Spieler gekürt wird, mir würden bestimmt zehn Namen einfallen.
Ich hoffe, wir sehen uns nächste Woche zur Siegerehrung und Blitzturnier, und dann nächstes Jahr. Es gibt dann einen neuen Namen für das Turnier: Itzehoer Stadtpokal 2012