Stadtpokal – Runde
vier
Der Tag der Vorentscheidung
!? Die Spitzenpartie zwischen Dirk Martens
und Frank Hamann verläuft zunächst ruhig, fast provokativ, bis es
Schwarz in der Entwicklung nicht ganz genau nimmt, nur scheinbar offensiv wird
und entscheidende materielle Einbußen nicht vermeiden kann. Volker Recklies versucht gegen Timo Bücker etwas, das ein Otto
Rehhagel wahrscheinlich als kontrollierte Offensive bezeichnet hätte. Dennoch
wird Schwarz in die Enge getrieben und muss einen Bauern abgeben. Die Abwicklung
in ein Endspiel mit gleichfarbigen Läufern ermöglicht Bücker allerdings die
Rettung eines halben Punktes.
Dirk Clausen und Carsten Coldeway spielen ziemlich scharfes Zeug in der
Halbslawischen Verteidigung. Weiß opfert einen Bauern, später noch einen und
dann noch die Qualität. Schwarz nimmt alles und bleibt trotzdem äußerlich
ruhig, obwohl man ihm die Anspannung ansehen kann.
Schließlich setzt sich die
materielle Überlegenheit durch.
Egbert
Hengst bekommt von Horst Klüver Skandinavisch der Marke Hammerfest vorgesetzt.
Schwarz verzichtet zunächst auf Entwicklung und provoziert schablonenhafte
Züge, um danach aus der Deckung heraus Nadelstiche zu setzen. Weiß hat
allerdings genügend Zeit sich angemessen um zu gruppieren. findet aber
irgendwie nicht den richtigen Ansatzpunkt – also remis.
Wolfgang Schlünz
übernimmt gegen Hendrik Niemöller schnell die
Initiative und drängt Schwarz bei unrochiertem König in eine gefährlich passive
Stellung aus der dieser sich nicht mehr befreien kann.
Frank Tiemann
verklebt gegen Sören
Koch die bereits
geschlossene Sizilianische Verteidigung
noch – eine ziemliche Zumutung für den Liebhaber klassischer
Stellungen in dieser Eröffnung. Dabei muss Koch nach einem Fehler sogar noch
recht zufrieden mit dem halben Punkt sein.
Simone Bücker operiert gegen
Karl-Heinz Schmidt aus einer verstärkten Deckung heraus und findet offensiv
daher nicht statt. Trotzdem kann Schwarz einen Bauern aus der
Verteidigungsmauer herausbrechen und danach den Druck entscheidend erhöhen.
Bei Stefan Fuhrmann scheint der Frust über den Turnierverlauf tief zu
sitzen und damit die Züge hinterher kommen wird offensichtliches Bierdoping
betrieben. Solcherart beschwingt ziehen sich die Figuren fast von selbst
– wenn das der Adolf Andersen noch
hätte sehen können...
Zu weiteren Partien fehlt
mir die Erinnerung rsp. sie fanden auswärts oder
gleich gar nicht statt.
Dirk Martens wird in dieser Verfassung kaum noch zu stoppen sein
– jetzt geht es also in erster Linie noch um die Plätze. Aber das kann ja
in diesem engen Feld durchaus noch spannende Auseinandersetzungen nach sich
ziehen.
Hans-Joachim
Siewert